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https://www.arte.tv/de/videos/124447-000-A/arundhati-roy-eine-andere-geschichte-indiens/
Arundhati Roy – Indiens mutigste Schriftstellerin
Ein Film von Marita Neher und Sabine Jainski
Arundhati Roy wurde 1997 mit ihrem Debüt Der Gott der kleinen Dinge über Nacht weltberühmt. Der Roman verkaufte sich über 8 Millionen Mal, wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt – und mit dem renommierten Booker Prize ausgezeichnet. Doch anstatt den Erfolg konventionell fortzusetzen und weiter Romane zu schreiben, nutzt Roy ihren Ruhm, um gegen Umweltzerstörung, Ausgrenzung und Nationalismus in Indien zu protestieren. Ihr radikales Engagement bringt sie bis vor Gericht – und sogar ins Gefängnis.
Erst zwanzig Jahre später erscheint ihr zweiter Roman Das Ministerium des äußersten Glücks, ein poetischer, politischer Rundumschlag gegen die Zustände im heutigen Indien. Nun, weitere acht Jahre später, folgt ihr bislang persönlichstes Werk: Meine Zuflucht, mein Sturm. Bewegend und kompromisslos ehrlich erzählt Roy von der Frau, die sie prägte wie keine andere – ihrer Mutter Mary Roy: Feministin, Schuldirektorin, Rebellin.
Wie erzählt man die Geschichte einer launischen, herrischen, manchmal gewalttätigen Mutter, ohne sie zu zerstören? Roy gelingt ein Meisterstück literarischen Ambivalenz. »Auf diesen Seiten wird meine Mutter, meine Gangsterin, weiterleben. Sie war meine Zuflucht und mein Sturm.« Der Film folgt dieser literarischen Selbstbefragung, spürt der Kraft und dem Schmerz nach, die Roys Schreiben bis heute antreiben.
In einem langen Interview in Delhi gewährt Arundhati Roy tiefe Einblicke in ihr Leben und Schreiben. Der Film verwebt ihre Erzählung mit poetischen Aufnahmen aus ihrer Heimat Kerala in Südindien – und zeichnet das Porträt einer kompromisslosen Schriftstellerin.
arte / ZDF 2025, 52 min.
Regie: Marita Neher, Sabine Jainski
Kamera: Thomas Bresinsky
Schnitt: Matthias Becker
Produktion: Medea Film Factory